Projekt: Dron – „Butterflys im Bauch“

Dron - Butterflys im Bauch

Vor kurzem erreichte mich ein Umschlag per Post. Darin enthalten waren ein handsigniertes Taschenbuch und einige Promo-Aufkleber (Siehe Artikelbild).

Es war allerdings kein Zufall, dass mir jemand dieses Päckchen hat zukommen lassen. Ich verfolge seit längerem den Werdegang eines jungen Autors aus Hamburg. Sein Name ist Dron, er schreibt Kurzgeschichten und Gedichte und vor kurzem ist sein Erstlingswerk beim Morisken Verlag erschienen. Im Vorfeld dessen hat er einen Aufruf an Blogger gestartet die ein Review zu seinem Buch schreiben wollen und da konnte ich natürlich nicht nein sagen.

In diesem Artikel findest du mein Review zu „Butterflys im Bauch“ ein Kurzinterview mit Dron, der mir 5 Fragen rund um das Autorendasein beantwortet hat und weitere Informationen zum Autor selbst.

Review – „Butterflys im Bauch“

Klappentext

Drons Stil ist markant. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass man ihn entweder mag oder nichts damit anfangen kann. Gleiches gilt für die Themen über die er schreibt. Entweder man versteht das Augenzwinkern hinter der Verknüpfung aus Liebe und Gewalttaten oder man legt das Buch zurück in das Regal.

Ich denke das kommt ihm sehr zu gute, denn so positioniert er sich und hebt sich erfrischend von anderen Autoren ab.

Der Inhalt

Eine Stadt, sechs Geschichten.

Ein U-Bahn-Passagier der Zivilcourage beweist, zwei Nachwuchsgangster, ein Poolboy der auf Rache aus ist, ein junger Typ zwischen Herzschmerz, Hanteltraining und Drogenproblemen, ein Tablettenkönig und eine Gang die Gerechtigkeit durch Selbstjustiz verübt. Das sind die Protagonisten der 6 Kurzgeschichten im Buch.

Mit „Vom U-Bahn-Winde verweht“ gelingt Dron ein stimmungsvoller Einstieg in sein Werk. Der Erzähler beobachtet wie ein junges Mädchen von 3 Typen belästigt wird. In einem Moment in dem alle anderen Passagiere wegschauen nimmt er seinen Mut zusammen und greift ein. Er schafft es dem Mädchen zu helfen, beide steigen aus und er bringt sie wohlbehalten nach Hause. Auf dem Weg zurück zur U-Bahn-Haltestelle lauern ihm jedoch die 3 Gestalten aus der U-Bahn auf …

Mit „Südlich der Ghettosphäre“ und „Poolboy“ flacht die Spannung meiner Meinung nach etwas ab. Das könnte aber daran liegen, dass ich mich nicht so gut mit den beiden Geschichten, 2 Freunden die gemeinsam eine Tankstelle überfallen und ein Poolboy der sich an seinem Boss rächt, identifizieren kann. In „Privet Tristesse“ findet Drons Anthologie anschließend aber einen großartigen Höhepunkt. Hier lässt er sein Potential aufblitzen und schafft es mich mitzureißen. Die Geschichte des jungen Protagonisten, der seiner großen Liebe nachtrauert und versucht sich mit anderen Frauen, Fitnesstraining und einer breiten Auswahl an Narkotika zu zerstreuen ist aktueller denn je. Die Bilder die Dron in dieser Geschichte erschafft, bleiben haften.

Das Buch nimmt anschließend seinen Lauf mit „Der Tablettenkönig“, einer sehr amüsanten Story mit unerwartetem Twist und findet mit „Alectos Gang“ ein rundes Ende. Was ich noch erwähnen möchte ist, dass alle Geschichten miteinander verbunden sind und somit zu einer größeren Story zusammenwachsen. Ich persönlich finde das super, denn ich habe mich bei jeder neuen Geschichte gefragt: „Wie wird er das jetzt wohl verbinden?“

Fazit

  • Mir hat es sehr viel Spaß gemacht Butterflys im Bauch zu lesen. Für sein erstes Werk hat Dron sehr gute Arbeit geleistet.
  • Die Geschichten sind stimmig und passen sich gut in die von ihm erschaffene Welt ein.
  • Das Buch liest sich wie aus einem Guss.
  • Das Cover ist ansprechend und tricky. (Leider sieht man im Schatten des Schmetterlings ein kleines, weißes Viereck. Wahrscheinlich ein Druckfehler. Vielleicht ist das nur bei mir so, andernfalls kann es vielleicht bis zur nächsten Auflage behoben werden.)
  • Das Design des Buches und die Schriftgestaltung finde ich super.
  • Ich bin gespannt auf weitere Werke!

Das Buch gibt es bei Amazon.de und beim Buchdealer deines Vertrauens. Allen Sparfüchsen empfehle ich die Kindle- bzw. E-Book-Variante.

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Bonus:

Als kleinen Vorgeschmack auf das Buch kannst du die Geschichte: „Der Tablettenkönig“ hier lesen: Drons Tumblr

5 Fragen an den Autor

Jedem der selbst kreativ tätig ist kann ich das nachfolgende Kurzinterview empfehlen.

1. Hast du ein Schreibritual bzw. unter welchen Umständen schreibst du am liebsten?

Kaffee und klassische Musik! Ich schreibe am liebsten in unserer Stadtbibliothek und es darf nicht zu sonnig sein. Dunkle Wolken und leichter Nieselregen wecken in mir viele Emotionen und bringen mich in einen Schreib-Flow. Ich kann mir aber auch nicht erklären, wieso das so ist.

2. Was war das größte Problem dem du als Autor bisher gegenüber standest? Wie hast du es gelöst?

Wenn man lange an einem Projekt arbeitet, ist man irgendwann so sehr darin vertieft, dass man jegliches Urteilsvermögen verliert. Es gab eine Phase, da konnte ich nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht war, was ich geschrieben hatte. 

Ich habe dann versucht Distanz zum Projekt zu schaffen und mir eine zweite Meinung eingeholt. Das hat mir geholfen, das Problem weitgehend zu lösen.

3. Wenn du angehenden Autoren einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?

DURCHHALTEVERMÖGEN! Ich habe knapp sechs Jahre gebraucht, bis ein Verlag auf mich und meine Kunst aufmerksam geworden ist. Es hilft auch, viel zu lesen und zu schreiben. Und man sollte sich immer ehrliches Feedback einholen, seine eigenen Baustellen erkennen und an diesen arbeiten – so lange, bis man den Dreh raus hat. 

Ich würde jedem empfehlen, einen Blog zu eröffnen, dort Texte zu publizieren und die Reaktion der Leute abwarten. Dann auf dieser Basis an seiner Kunst arbeiten, jeden verdammten Tag.

4. Was inspiriert dich?

Oft ist es das Wetter. Es gibt Situationen, da gucke ich nach draußen, sehe wie sich die Blätter elegant im Wind bewegen und mir schießen Tausende Gedanken und Ideen durch den Kopf. Für einen Roman, eine Kurzgeschichte, eine Zeile. Oder einfach nur ein Gefühl. Oder es ist der Geruch von frischem Regen. 

Wichtig sind mir außerdem Begegnungen mit Menschen und tatsächlich auch ganz normale Alltagsmomente, die ich mir szenisch einpräge. Musik, Filme oder andere Bücher sind aber auch eine gute Inspirationsquelle.   

5. Was hast du als nächstes geplant?

Die Promotion-Phase für das Buch ist fast abgeschlossen und ich kann ein wenig entspannen. 

Aber ab Sommer geht es wieder los. An der Filmakademie erwarten mich zwei große Projekte: Ich werde ein Drehbuch für einen Spielfilm schreiben und einen eigenen Kurzfilm produzieren. 

Außerdem arbeite ich an einem Beitrag für eine Anthologie mit anderen jungen Autoren, die im Herbst beim Morisken Verlag erscheinen wird. Und in den nächsten Jahren, wenn die Zeit gekommen ist, soll auch ein Roman entstehen. Die Idee dazu ist auch schon da …

Über den Autor

Dron wurde 1990 in der Sowjetunion geboren, kam mit acht Jahren nach Deutschland und wuchs in einem als Problembezirk stigmatisierten Stadtteil Hamburgs auf. Er lernte die fremde Sprache und arbeitete sich zum Werbetexter hoch, bevor er an der Filmakademie Baden-Württemberg sein Studium im Fach Drehbuch aufnahm.

Seine Interessen sind breit gefächert: Er liest gerne Weimarer Klassik und Untergrund-Literatur, geht zum Pumpen ins Studio und ist im Club nie ohne Wodka in der Hand unterwegs.

Im Grundschulzeugnis hieß es über Dron:

„Unsere geübten Diktate (ca. 60-70 Wörter) schreibst du nahezu fehlerfrei. Auch beim freien Schreiben denkst du schon häufig an die Rechtschreibregeln. Du besitzt viel Phantasie und denkst dir gern kleine Geschichten aus. Allerdings sind sie fast immer ziemlich gewalttätig. Über etwas friedlichere Geschichten würden wir uns sehr freuen.“

Glücklicherweise hat er nie auf seine Lehrer gehört…

www.dron-schreibt.de

www.digga-illustrated.tumblr.com

www.facebook.com/DerDron

www.morisken-verlag.de/titel-autoren/autoren/dron

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